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Sparkassen-Wanderfahrt auf der Warthe

Polen vom 10. bis 19.5.2013



Freitag 10. 5. Wels- Nove Miasto: Nachdem wir schon am Vorabend die beiden Busse geholt und unsere drei Welser Boote auf den Hänger geladen haben, geht’s nach Korneuburg, um unsere Wiener Freunde aufzunehmen, und weiter über Poysdorf, Brünn und die überraschend guten neuen Autobahnen bis Wroclaw (Breslau). Dort ereilt uns zur abendlichen Rush- Hour der erste Stau, jedoch Gerhard und Bernd meistern auch diesen und die letzten 200 km Landstraße bis Nove Miasto (Neustadt an der Warthe). Dort erwartet uns bereits unser bewährter polnischer Reiseleiter Stefan Kaczmarski, und nach einem erfrischenden Bier gibt’s mit einem feinen Abendessen einen ersten Vorgeschmack auf die gute, typisch polnische Küche, welche auch die Süßspeisen- Vorliebe von Gerhard und Helmar angemessen berücksichtigt.

Samstag 11.5. Nove Miasto- Srem: Auf geht’s zur Warta, Boote aufriggen, was dank des kühlen Wetters, der hungrigen Mücken und unserer Vorfreude auf’s Wasser nicht lange dauert, und bei Stromkilometer 324 setzen wir die Boote in das glatt und rasch fließende Frühjahrshochwasser der Warte.

Warta, Polen

Die in den Fahrtenbeschreibungen als mit Vorsicht zu umfahrende Buhnen sind reichlich überströmt und bestenfalls durch Wirbel zu erkennen. Unser erster Eindruck ansonsten: Natur pur, überraschend viele Biberspuren an den Bäumen, offensichtlich ein Vogel- und Tierparadies an beiden Uferseiten, vereinzelt ein meditierender Fischer. In Srem erwartet uns ein komfortabler Bootshafen sowie Stefan, der in einem geräumigen Tipi ein wärmendes Lagerfeuer, heißen Kaffee und Tee sowie kühles Bier für uns bereithält. Eine kundige Führung durch die Stadt, welche wirtschaftlich durch die Industrie des benachbarten Posen profitiert, rundet den Tag ab.

Sonntag 12. 5. Srem- Posen: Wir sind schon um 9:00 Uhr auf dem Wasser, denn 48 km schöne Flusslandschaft wollen genossen werden. Zwischen gelegentlichem Nieseln blinzelt uns die Sonne an, wiederum glattes Wasser. Nach der Ankunft beim Ruderklub in Posen und der obligaten Kultivierung im Hotel besichtigen wir zuerst das Freizeit- und Vergnügungsviertel „Malta“ mit Ruder- Regattastrecke und diversen Volksattraktionen, und anschließend die schöne historische Altstadt mit dem prächtigen Rathaus. Für manche war es überraschend zu hören, dass diese Region schon lange vor den Preußen ein polnisches Kernland war und von Posen und Gnesen aus im 10. Jahrhundert gegründet wurde, der polnische Sejm gehört zu den ältesten Parlamenten der Welt und existiert seit 1493.

Montag 13. 5. Posen- Oborniki: Bei zunehmend besserem Wetter genießen wir die nächste Etappe. Wie schon bisher – Natur, Natur… . Am Ziel das kleine Städtchen Oborniki mit knapp 20.000 Einwohnern, Wirtschaftsbezug zu Posen und einigen historischen Bauten.

Dienstag 14. 5. Oborniki- Wronki: Morgensonne empfängt uns schon zum Start und hält bis zur mittäglichen Jause an. Danach beschleunigen einige Gewitterböen unsere Fahrt, daher geht es dann zügig zum Ziel. Das wenige Sehenswerte im kleinen Wronki sind eine mächtiges Gefängnis aus der preußischen Epoche mit eigener Gefängniskirche, in der damals offenbar die Geschlechtertrennung wichtig war („Weiberabteilung“), und das moderne Sporthotel Olympic, welches uns am anderen Flussufer einen nahezu luxuriösen Aufenthalt bietet, mit Whirlpool und Sauna.

Mittwoch 15. 5. Wronki- Miedzchod: Ein strahlend blauer Himmel während des gesamten Tages und ein beschauliches Rudern und Schwaden durch den zauberhaften Sierakowski- Landschaftspark, dessen Seen in die Warta münden. Diesmal anstatt des Lunchpaketes ein Zwischenziel, das Dorf Sierakow mit Marktplatz und Bistro, wo sich einige sogar an die Flaki (Kuttelsuppe) wagen. Abends empfängt uns in Miedzchod ein bequemer Anlegeplatz in unmittelbarer Nähe der heimeligen Altstadt. Unser Hotel Neptun liegt am Ufer des reizvollen Stadtsees und das warme Wettern lässt uns nach dem Abendessen noch lange den Tag ausklingen.

Donnerstag 16. 5. Miedchod- Skwierzyna: Ein fauler Rudertag mit Sonne und Rückenwind bis zum Ziel, wo uns das Hotel „Dom nad Rzeka“ (Haus am Fluss) einen standesgemäß gelegenen Aufenthalt ermöglicht. Die kleine Stadt über der Brücke bietet außer einen kleinen Fußgängerzone und einer großen Backsteinkirchen nichts Sehenswertes, sodass wir den Abend im Hotel ausklingen lassen.

Freitag 17. 5. Skwierzyna- Gorzow: Weiterhin schön und warm, und eine zauberhafte Flusslandschaft mit unzähligen Fröschen, und vielen Störchen. Bernd zählt 24 Stück in einem Schwarm! Bei der Einmündung des Flusses Notec (Netze) erkunden wir neugierig einige Flusskilometer und benützen das Sport- und Freizeitgelände des idyllisch gelegenen Dorfes Santok zu einer faulen Rast. Hier beginnt eine Hügelkette mit romantischen Dörfern, welche die Warte nach Westen lenkt und uns bis Gorzow begleitet, wo wir am Gelände des hervorragend ausgestatteten Ruderklubs unsere Boote anlegen. Ein mächtiger Backsteindom, ein innerstädtischer Park und eine Bummelzone bereichern unseren Aufenthalt.

Samstag 18. 5. Gorzow- Küstrin: Die Königsetappe bis zur Oder beginnt mit Sonne, wird dann zunehmend trüber, und wir rudern zügig durch das Tiefland in den Nationalpark Warthemündung, entlang von Naturschutz- Zonen und Viehweiden. Die eindrücklichste Vogelschau unserer Reise, mit hunderten von Schwänen, Enten, Störchen, ja sogar eleganten Kranichen in eindrucksvollen Schwärmen. Der Vollständigkeit halber drehen wir noch eine Ehrenrunde in die Oder, und dann heißt es Boote abriggen und aufladen. Gut 330 Stromkilometer haben wir einschließlich Notec und Oder- Runde, bis zum letzten Anlegeplatz zurückgelegt, drei Motorboote gesehen, niemals die Boote überheben müssen, und eine der natürlichsten Flussstrecken Europas befahren. Wie jeden Abend die polnische Küche, diesmal mit Unmengen von Zurek, der köstlichen und nahrhaften Sauerteigsuppe mit Wurst, Gemüse und Ei. Und zum Abschluss ein Hoch auf unseren Organisator Gerhard Peham, sowie ein Dank an unseren Reiseleiter Stefan.

Sonntag 19. 5. Zurück nach Österreich: Wir verabschieden uns von Stefan, und über Dresden und Prag geht es in die Heimat. Abends in Wels noch Innenwäsche der Boote und ein fester Händedruck bis zu hoffentlich neuen Fahrten. Die gesamte Ruderstrecke betrug 324km.

Wels, 22. 05. 2013, Roland Köcher


Reiseteilnehmer:

Helmar Hasenöhrl, Gerhard Falkensammer, Roland Köcher, Bernd Follrich, Gerhard Peham (Organisator), Christine Hubinger, Christa Kasyan, Hemma Fuchs, Robert Pangraz, Peter Fleischmann, Wolfgang Düll, Natalia Egger, Rudolf Müller, Susi Zimmermann, Günter Zimmermann
Reiseleiter: Stefan Kaczmarski Tel. 0048-505-592148, www.stefankaczmarski.pl, Mail stefankaczmarski@wp.pl.



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